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Do 08.01.09 18:36

„Wir haben einen tollen Kader!“

Was tun, wenn es nicht läuft, der Trainer angefressen wirkt und der Sportdirektor seinen Job macht und sich vor die Mannschaft stellt? Einfach mal beim Kapitän nachfragen. Pascal Roller spricht sogleich Klartext. Vorneweg: Vom Krisengerede, Formschwächen oder Defensivproblemen will Roller nichts hören.

„Wir haben gegen zwei Mannschaften verloren, gegen die man verlieren kann. Das hat weniger was mit der Weihnachtspause zu tun“, stellt Roller vorneweg klar. Testspiele hätten zwar Vor- und Nachteile, „und vier Testspiele in vier Tagen ist eine ganze Menge.“ Auf der anderen Seite habe das Team durch die Freundschaftsspiele aber direkt einen Spielrhythmus gefunden.

Roller wehrt sich auch gegen Äußerungen über eine vermeintliche Abwehrschwäche. „Gegen Moskau und Berlin war von vornherein klar, dass wir sie kaum unter 70 Punkten halten können. Unser System, mit variabler Verteidigung den Gegner aus dem Konzept zu nehmen, geht gegen schwächere Mannschaften auf. Starke Mannschaften, wie Berlin und Moskau, können sich darauf aber einstellen.“ Auf der anderen Seite räumt Roller allerdings ein, dass die Verteidigung sowohl in Berlin als auch in Moskau mehrere Fehler gemacht habe und zudem auch Pech in der taktischen Ausrichtung hatte. Dass Steffen Hamann gegen die Skyliners plötzlich Dreier trifft, hat beispielsweise ganz und gar nicht in die Marschroute gepasst.

Von einer kleinen Formkrise, die ich hier im Blog sowohl ihm als auch Titus Ivory angeschrieben habe, wehrt sich Roller in Bezug auf seine Person. In Berlin sei es zwar nicht gut gelaufen, aber in Moskau habe er bewiesen, dass er in Form ist. Dass er mit seinen Dreiern derzeit selten erfolgreich ist, räumt Roller ein, verweist das aber – gerade in Bezug auf das Alba-Spiel – auf die Taktik. „Wenn man nur alle zehn Minuten wirft, ist es schwierig einen Rhythmus aufzubauen. Andererseits ist das mit unserem ausgeglichenen Kader auch unser Spiel – und das ist auch unsere Stärke.“ Über allem stehe zudem der Erfolg der Mannschaft. „Wir spielen halt mehr über inside, dann fallen halt auch weniger Würfe für die Distanzschützen ab“, erklärt Roller.

Generell wird man im Gespräch mit Pascal Roller den Eindruck nicht los, dass der Teamkapitän gar nicht mal so unglücklich über die beiden Niederlagen ist. Dem Aufbauspieler behagte der allgemein herrschende Optimismus ganz und gar nicht, auch weil damit „auch intern“ eine „höhere Erwartungshaltung“ einherging. „Sowas bedeutet einfach nur unnötig mehr Druck“, sagt Roller. Auf die Rückfrage – ob er damit seine Mitspieler meint, speziell die jüngeren, die noch nicht so viel Erfahrung haben wie er, weicht der 32-Jährige aus. „Man muss uns nicht unnötig zu Meisterschaftsfavoriten erklären. Ich kann damit umgehen“. Später räumt Roller allerdings ein, dass man als Spieler differenzieren muss. Gerade das Spiel gegen Oldenburg und die danach folgende öffentliche Wahrnehmung habe einiges verändert.

Sorgen vor einer ausgewachsenen Krise hat Roller ganz und gar nicht. „Wir haben einen tollen Kader. Aber wir brauchen auch Zeit, damit die Mannschaft sich entwickeln kann.“

Als Beispiel verweist Roller auf die Änderungen zur vergangenen Saison. Die drei damaligen Hauptachsen der Skyliners – Derrick Allen, Ilian Evtimov und eben Roller selber – müssten nun damit klar kommen, weniger Anteile zu haben, eben weil die Qualität der Mitspieler so gestiegen sei. Durch das zusätzliche Verletzungspech Anfang der Saison und die Nachverpflichtungen steht die Mannschaft derzeit mitten im Findungsprozess. „Wir haben aber noch Zeit genug. Es ist ja noch nicht einmal Halbzeit in der Saison“, sagt Roller.

2 Responses

  1. 1 # Björn Januar 8 2009 @ 19:16

    im findungsprozess??? immer noch???? das kann auch schneller gehen

  2. 2 # Frankie Januar 8 2009 @ 20:29

    Auch das man viel über Inside geht ist wohl nicht ganz richtig. Man ballert schon ne Menge von aussen zusammen, auch wenn man nicht trifft! Anyway, der Captain wird wissen, was „Inside“ los ist :)

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