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So 10.09.17 19:43

„Von Playoffs soll keiner reden“

Gordon Herbert hat seinen Spielern am Montag freigegeben. Nach zwei Spielen in drei Tagen ganz normal. Auch wenn die Skyliners einiges aufzuholen haben, muss der Kanadier das richtige Maß finden. „Wir müssen vorsichtig sein und dürfen nicht zu viel Stoff vermitteln, sonst werden wir gar nichts gut machen“, sagte der Cheftrainer am Freitagabend. Herbert war nach der Pleite am  im Benefizspiel zugunsten der Hans-Thoma-Schule gegen Antwerpen frustriert. Weniger über die Niederlage, als vielmehr darüber, dass er jetzt in mehr als zwei Wochen Vorbereitung nicht einmal Fünf-gegen-Fünf trainieren lassen konnte. Das lag insbesondere an den Verletzungen von Quantez Robertson, Mike Morrison und Jonas Wohlfarth-Bottermann (über ihn findet ihr einen ausführlichen Artikel in der Montags-FR). Und natürlich weil es bis Freitag keinen Point-Guard gab. Herbert machte schon mal klar: „Von Playoffs soll keiner reden.“

Es müsse zunächst darum gehen besser zu werden. Er mag das Team, es seien gute Charaktere dabei, ob es dann reicht ein gutes Team und dann auch erfolgreich zu sein, muss sich erst noch zeigen. Immerhin sind jetzt alle fit, jetzt müssen sie nur noch „in Basketball-Shape“ gebracht werden, wie Herbert sagt. Das fängt bei Mike Morrison an, der mit zu viel Muskeln, denn Fett, aus dem Urlaub zurückkam. Robertson war bereits in den USA etwas verletzt und kam mit ein paar Kilogramm zu viel zurück und verletzte sich erneut. Bei Wohlfarth-Bottermann war es eine kleine Muskelzerrung, aber nichts ernstes.

Tai Webster sah am Freitag noch nicht ganz so frisch aus, ist nach elf Stunden Flug aus den USA aber noch nicht verwunderlich. Dass er athletisch ist, konnte er schon in der ein oder anderen Aktion beweisen. Ob er seine Wurfquoten aus dem College verbessern kann, wird man abwarten müssen. Für ihn geht es erst einmal darum, so schnell wie möglich ins Team integriert zu werden und die System und das Defensivkonzept zu verinnerlichen.

Den überzeugensten Eindruck in der Vorbereitung macht Phil Scrubb. Sein Körper sieht viel besser aus, als vor zwei Jahren. Ich erwarte, dass er dieselbe Rolle wie AJ English einnimmt und von der Bank kommend die erste Scoringoption sein wird.

Ich habe von euch schon einige Rollenverteilungen in den Kommentaren gesehen und wette mit euch, dass Herbert wieder auf seine Lieblingsaufstellung mit drei Großen setzt und dann klein einwechselt. „Du musst besser werden, wenn du einwechselst“, sagt er immer. Ich sehe als Starter voerst: Webster, Robertson, Huff, Kiel und Wohlfarth-Bottermann. Wobei Kiel es sich verdienen muss und je nachdem wie sich Webster präsentiert, könnte auch Bonga für ihn auf der Eins beginnen. In der Vorbereitung hat Kiel nicht immer überzeugen können. Im Testspiel gegen Bonn war dann eine Steigerung – zumindest in den Statistiken – zu sehen. 10 Punkte und sieben Rebounds, davon vier am offensiven Brett. Richard Freudenberg glänzte mit fünf von fünf von der Dreierlinie. Er könnte statt Kiel in die Starting-Five rücken, wenn dieser nicht überzeugt und Huff auf die Bank rutschen. Die endgültige Starting-Five wird sich aber wohl erst nach einigen Spieltagen herauskristallisieren.

Für die Skyliners, die noch ein Turnier in Bayreuth und eine Partie in Bonn spielen, wird der Saisonstart entscheidend sein. Sie spielen gegen Teams auf Augenhöhe bevor die schweren Brocken kommen. Sollte der Start misslingen, müssen sie einmal mehr der Musik hinterherlaufen. Ab Dienstag, wenn die Skyliners wieder ins Training einsteigen, sind es noch 18 Tage bis zum Saisonstart. Viel Zeit, um sich da einzuspielen bleibt nicht. Zumal Shawn Huff erst frühestens Ende der Woche zum Team stoßen wird, vielleicht auch erst ab dem kommenden Montag.

10 Responses

  1. 1 # Doppeldribbel September 11 2017 @ 13:12

    @Timur: Vielen Dank für die ersten tiefer gehenden Eindrücke. Ich denke, es ist der richtige Weg, nicht über Play-Offs zu schwadronieren. Das wäre dem Kader im Vergleich zur (direkten?) Konkurrenz auch nicht angemessen.

    Halte deine „getippte“ S5 für plausibel. Dass man darüber spekuliert, ob Bonga eventuell als PG startet, macht mir ein bisschen Angst…:-)) Was ich bisher im Ballvortrag und Pass-Intelligenz von ihm gesehen habe (in der BBL und bei U-Turnieren) reicht mMn bei weitem nicht aus. Aber vielleicht macht er ja in der Vorbereitung und in den ersten Spielen die schnellen Entwicklungsschritte, die viele ihm zutrauen. Aber dass wir auf PG mit einem 17-jährigen und einem (Fast-)Rookie mit sehr überschaubaren Stats in die Saison gehen, zeigt das Risiko, das man offensichtlich aus finanziellen Gegebenheiten eingehen muss. Von dem angedachten „3-Jahres-Plan“, nach dem jetzt im „Jahr 2“ eigentlich „sichere PO-Teilnahme“ vorgesehen wäre, muss man sich (nach heutigem Stand) erstmal verabschieden.

    Das tut einem zwar in der Fan-Seele ein bisschen weh, aber muss man eben hinnehmen und mit dem was da ist arbeiten. Vielleicht entwickelt sich ja noch einiges (genügend „Talent“ ist durchaus vorhanden) und man kann im November/Dezember nochmal gezielt nachrüsten. Wenn man angesichts des Spielplans mit 1/5 oder 2/4 startet, kann es aber tabellarisch auch ganz böse in südliche Richtung gehen:-O

    Ach, wie schön und jedes Jahr dasselbe: Im Grunde weiß man gar nix:-D

  2. 2 # Timur Tinç September 11 2017 @ 13:20

    @Doppeldribbel: Ich glaube wir befinden uns gar nicht im „Jahr2“ eines Dreijahresplans, sondern starten jetzt einen neuen. Das vergangene Jahr war, wie ich es schon paar mal geschrieben habe, eher ein Übergangsjahr. Jetzt mit drei entwicklungsfähigen Talenten, will man wieder neu angreifen. Die Playoffs wird Gunnar Wöbke sicher wieder als Ziel ausgeben – was soll er auch anderes machen – aber wenn sie nicht erreicht werden sollten, wird es sicher kein Beinbruch sein. Es muss schon wirklich alles optimal laufen, um es in die Top 8 zu schaffen.

    Einen zusätzlichen sechsten Ausländer im Laufe der Saison zu holen, ist gar nicht mal so unwahrscheinlich. Irgendeiner, der sich irgendwo nicht durchsetzen konnte und dann für ein kleines Geld in Frankfurt spielt.

    Und dann bleibt nach der Saison die Frage: Geht Bonga schon in den Draft? Wird Scrubb zu halten sein? Wenn er so spielt wie in der Vorbereitung eher nicht. Und wer soll auf Sicht Tez ersetzen? Jünger wird er nicht. Auch das wird in die Überlegungen einfließen, ob man bei der Saisoneröffnungs-PK einen Zwei- oder Dreijahresplan ausgibt.

  3. 3 # Doppeldribbel September 11 2017 @ 17:06

    Schon klar… Den Eindruck, dass wir nicht in „Jahr 2“ sind, habe ich auch. Allerdings war es sicher mal anders geplant. Wir hatten mit AJE und Shields schon „Korsettstangen“, die man für ein PO-Team gebrauchen konnte. Dazu als Importspieler die vorhandenen Tez, Huff und MM, ergänzt um einen „ordentlichen“ PG bzw. Comboguard ala Scrubb. In einem solchen Rahmen könnten die „jungen“ Deutschen Bonga, Kiel und von mir aus auch Zeeb oder Mayr (plus Freudenberg und WoBo) die nächsten Schritte machen. Dies wäre eine tolle Ausgangsbasis gewesen, es der „Vorgänger-Generation“ 2014-2016 gleichzutun.

    Jetzt kann man es sich aber nicht mal leisten, einen AJE und/oder Shields zu halten und man fängt mehr oder weniger von vorne an. Okay, ist halt so, aber ich hoffe, es erzählt uns auch keiner was von einem neuen „3-Jahres-Plan“ oder ähnlichem. Denn was soll denn im kommenden Sommer anders sein, mal unterstellt, ein Webster, Scrubb oder ein nachverpflichteter Ausländer spielen eine gute Saison?! Die werden denn ebenso nicht zu halten sein. Und wer will mir denn erzählen, dass ein Kiel, Bonga oder auch Freudenberg in zwei Jahren noch in Frankfurt spielen, sollten sie sich annähernd entwickeln wie JV oder DB. Ich kann damit leben. Es macht mir sogar Spaß, ab und zu einen JV bei Baskonia zu sehen und mit Freude festzustellen, was dieser Kerl für Fortschritte gemacht hat in seiner Frankfurter Zeit. Aber an einen „Plan“, in den nächsten (ein, zwei oder drei) Jahren ein Team zu entwickeln, dass europäisch spielt und eine realistische Perspektive auf ein BBL-Halbfinale hat, glaube ich nicht. Dafür hat man in meinen Augen überhaupt keinen (vor allem finanziellen) Hebel in der Hand, das selbst zu beeinflussen.

    Iss awwer aach worscht…! Jetzt gucken wir halt erstmal, was der überschaubare Kader 2017/2018 so hergibt…!

  4. 4 # NurSo September 15 2017 @ 18:51

    Giessen holt Bryant, Würzburg holt Benzing…wir haben irgendwie den Anschluss verpasst 😥

  5. 5 # Michael September 15 2017 @ 22:03

    @NurSo: Im Zusammenhang mit den beiden Spielern von „Anschluss verpasst“ zu schreiben, halte ich für nicht zutreffend. Insgesamt haben die Skyliners, die Mannschaft betreffend, sicher das bessere Konzept.
    Was ich ähnlich sehe, ist die Tatsache, dass der Spieleretat von Jahr zu Jahr schrumpft, so dass man sich mittelfristig unweigerlich mit der Frage auseinandersetzen muss, Pro A oder ganz aufgeben. Zumal GH zwar gerne entwickelt, dies aber sehr wahrscheinlich nicht ohne Perspektive zumindest alle 2 Jahre die PO zu erreichen und eine Rolle zumindest bis zum HF zu spielen.
    Auch der Ansatz einiger User in der Vergangenheit „mit neuer Halle wird alles besser“ geht m.E. an der Realität vorbei. Die dadurch erzielten Mehreinnahmen (höhere Sponsoreneinnahmen durch bessere Vermarktungsmöglichkeiten/VIP-Logen/höherer Zuschauerschnitt in Jahr 1 und max. 2 durch Eventfans abzüglich gestiegener Hallenmiete) machen den Kuchen nicht fett und ermöglichen maximal das Niveau zu halten. Einen Sponsor, der Millionen in die Skyliners investiert, sehe ich nicht. Ohne jährlichen Zuschuss eines potenten Gönners wird das auf Dauer nichts. Auch die dauerhafte Anhebung des Zuschauerschnitts auf 6.000-7.000 Fans, um auch hier einen merklichen Effekt auf der Einnahmenseite zu verspüren, sehe ich nur, wenn dauerhafter Erfolg einkehrt. Denn selbst die herausragende Saison vor 2 Jahren hat zu keinem merklichen Anstieg des Zuschauerschnitts geführt. Die Entwicklung von Talenten und das akzeptieren von Rückschlägen ist eben nicht jedermanns Sache.
    Versteht mich nicht falsch, ich mag die Skyliners und deren Konzept und verfolge das Wirken sehr intensiv, auch wenn ich nicht jede zweite Woche in der Halle sein kann. Natürlich verstehe ich auch die Ambitionen von GW in Sachen neuer Halle. Allerdings verspreche ich mir dadurch auf Dauer keine signifikante Verbesserung der wirtschaftlichen und sportlichen Situation. Dafür bietet FFM neben dem Basketball zu viel Entertainment.

  6. 6 # wettertom September 19 2017 @ 18:16

    Wann ist eigentlich „Saison“ Pressekonferenz?

  7. 7 # Timur Tinç September 19 2017 @ 19:12

    @Wettertom: Nächste Woche Dienstag.

  8. 8 # Wettertom September 20 2017 @ 6:05

    Danke. Dann sollte ja wohl spätestens der neue Sponsor präsentiert werden.

  9. 9 # Doppeldribbel September 20 2017 @ 13:33

    Irgendeine innere Stimme sagt mir, dass überhaupt kein Sponsor präsentiert wird. Jedenfalls keiner, der das Budget – über Kleinigkeiten hinaus – spürbar erhöht. Würde mich aber sehr gerne irren…

  10. 10 # Wettertom September 21 2017 @ 22:34

    Gegen Bonn gewonnen.

    Als Optimist glaube ich am einen guten Start.

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