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So 16.10.11 04:30

Naiv, nervös, nicht gut genug für Mannschaften wie Bonn

Die Ankündigung von Trainer Muli Katzurin klang wie eine Drohung: „Wir werden den Spielern das Video vom Spiel einige Male zeigen“, kündigte der Trainer der Frankfurt Skyliners an. Der Israeli wird mit seinen Mannen nach der deutlichen 64:79 Niederlage gegen die Baskets Bonn einiges aufzuarbeiten haben. Während des Spiels, brüllte sich Katzurin schon die Lunge aus dem Leib. Seine Spieler verstanden am Samstagabend aber nicht was er von ihnen wollte.

„Wir haben von allem ein bisschen was probiert, aber es hat nichts geklappt“, sagte Johannes Herber und fügte hinzu: „Uns fehlt so ein bisschen die klare Linie, wir müssen uns auf eine Sache einigen.“ Nach vier Spieltagen zeigte das Team nach der herben Auftaktpleite gegen Oldenburg und den zwei Siegen gegen Tübingen und Würzburg, dass es das System und die Spielphilosophie von Katzurin noch lange nicht verinnerlicht hat. „Wir deuten in einigen Phasen unser Potenzial an, sind aber insgesamt zu instabil“, konstatierte Kapitän Marius Nolte. In der ersten Halbzeit hatten die Skyliners mit 34:41 zurückgelegen und die Partie offen gestaltet, ohne einmal selbst in Führung gegangen zu sein. Mit dem Anpfiff der zweiten Halbzeit zogen die Rheinländer mit 52:34 davon und führten zeitweise sogar mit 21 Punkten.

Auf die Frage, warum es die Skyliners ein ausgeglichenes und enges Spiel in der zweiten Halbzeit so aus der Hand gegeben haben, sagte Muli Katzurin nur: „Fragen sie die Spieler“ und schob nach: „Ich habe keine Antwort.“

„Wir sind überhaupt nicht frisch aus der Kabine gekommen und nach dem Lauf der Bonner ging schnell das Selbstbewusstsein runter“, versuchte es Marius Nolte zu erklären. Eine klasse Mannschaft wie Bonn nutzte unsere Schwächephasen eben richtig gut aus, sagte Nolte. „Wir lassen uns zu schnell nervös machen“, sagte der Kapitän. „Wir wissen wie gut wir spielen können, aber haben es noch nicht am langen Stück gezeigt.“

„Wir müssen uns eine Identität schaffen“, fand auch Jon Leuer. Der 22-jährige US-Amerikaner war mit 16 Punkten zwar zweitbester Schütze der Skyliners, traf aber nur acht seiner 21 Versuche und blieb wie das gesamte Team unter seinen Möglichkeiten. „Ich hab meinen Rhythmus nicht gefunden und habe es dann versucht zu erzwingen“, erklärte der 2,08 Meter große Power Forward, der wie in den beiden Spielen zuvor auf der Center Position starten musste. „Ich versuche auszuhelfen und mein bestes zu geben“, sagte der Rookie. Den derzeit verfügbaren nominellen Centern Marius Nolte und Tim Ohlbrecht traut Muli Katzurin diese Aufgabe anscheinend nicht zu. Keiner der beiden kam gegen Bonn über acht Minuten Spielzeit hinaus. Jermaero Davidson ist weiterhin verletzt und wird nach eigener Aussage „hoffentlich nächste Woche“ ins Individualtraining einsteigen. Bis er fit ist, wird es noch eine Weile dauern.

Solange müssen die Skyliners andere Mittel finden. „Jeder muss sich selbst fragen was er falsch gemacht hat“, sagte Justin Gray. Der Aufbauspieler war mit 21 Punkten erneut bester Frankfurter Schütze, obwohl er nur fünf seiner 16 Versuche aus dem Feld, dafür aber alle seine neun Freiwürfe versenkte. „Wir dürfen nicht so naiv spielen“, kritisierte der 1,88 Meter große US-Amerikaner. „Wir haben zu lange gestanden und sind den freien Bällen nicht hinterhergegangen“, sagte Gray. Über seine schwache Wurfleistung sei er nicht beunruhigt, das könne passieren. „Ich will, dass jeder so aggressiv spielt wie ich“, sagte Gray, der sieben Fouls gegen sich zog. Vielleicht machen es seine Mitspieler ihm nach, wenn sie von Muli Katzurin das Video vom Spiel mehrfach gezeigt bekommen.

3 Responses

  1. 1 # Seb Oktober 16 2011 @ 11:11

    ..sollte sich ein guter Trainer nicht auch mal vor seine Mannschaft stellen?! So kopf- und konzeptlos wie das gestern teilweise aussah kann es wohl nicht nur an den Spielern liegen! Aber vll seh ich das ja auch nur falsch, da ich Muli nicht gut finde als Trainer für uns?!!

  2. 2 # kre Oktober 16 2011 @ 13:32

    Ich hatte die Hoffnung, dass er mit einem (fast) selbst zusammengestellten Team und einer mehr oder weniger kompletten Vorbereitung, ein Team mit einer Linie formt. Aber schon nach vier Spieltagen, die ganze Verantwortung auf die Spieler zu schieben finde ich unmöglich. Ja er hat rumgeschrien, sich aber mehr wie ein Rumpelstilzchen verhalten. Und er hat sicherlich nicht alles probiert. Marius oder Tim hätten genauso wie Leuer daneben werfen können, aber die dürfen das nicht. Muli hat seine Lieblinge und da gehören Spieler wie Nolte oder Ohlbrecht nicht dazu. Mal es mit Fabian Franke zu probieren auf die Idee mag er schon gar nicht kommen.
    Was mir auch noch auffiel ist, das Tez und J McK nicht richtig befreit oder locker wirken. Die schauen alle etwas unglücklich drein.

    Ich bin mal gespannt wie es weitergeht, denn gegen Bamberg und Berlin wird es in den nächsten Wochen sicherlich nicht einfacher

  3. 3 # Frankie Oktober 16 2011 @ 14:25

    Wenig System bisher, richtig. Und wir haben eigentlich keine dummen Spieler. Wobei Tez und Jimmy keine Spielgestalter sind. Sie leben vom Zug zum Korb ( Tez ) und vom Werfen ( Jimmy ). Jo war gestern etwas dünn, er ist für mich klar das Hirn im Team.

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