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So 23.10.22 18:19

Einige Hunderstel machen den Unterschied

Die Skyliners haben nun ihren ersten Sieg eingefahren. Es war kein gutes Spiel, aber danach fragt am Ende der Saison niemand. Trotzdem wird es einiges aufzuarbeiten geben für das Team von Geert Hammink. Die Hessen konnten von Glück sagen, dass Momo Jones den Ball ein paar Hundertstel zu spät aus den Enden bekommen hat, sonst wäre die Partie in die Verlängerung gegangen. Lange sah es so aus, als könnten die Skyliners einfach nichts treffen. Zwischenzeitlich war die Dreierbilanz 1/16. Erbärmlich. Von den letzten acht trafen sie immerhin vier – was am Ende half, um den ersten Sieg nach drei Pleiten einzutüten.

Entscheidend war der Dreier von Joshua Obiesie mit Bonus-Freiwurf. Da hat sich der Youngster ein Herz gefasst und wurde belohnt. Es bedeutete das 71:71. Den entscheidenden Wurf traf dann J.J. Frazier zum 79:77 nachdem er endlich mal zum Korb gezogen ist und nicht abgestoppt ist, um zu werfen. Offenbar ist die Furcht zu groß, abgeräumt zu werden. Es fehlt meiner Meinung nach weiter ein Combo-Guard, der zusätzlich für Scoringpower sorgt und auch mal 20+Punkte macht. Obiesie trifft mittlerweile zuverlässig zweistellig, bei Frazier und Wank ist es ein Auf und Ab, Beliauskas macht auch seine 13-15 Punkte. Aber Quantez Robertson hat im dritten Spiel bereits keinen Punkt vorzuweisen. Das können sich die Skyliners eigentlich nicht erlauben. Wenn sie damit hoffen durchzukommen, müssen sie immer als Team funktionieren. Und da wird es immer ein paar Ausschläge geben.

Zum Beispiel Einaras Tubutis. Der Litauer ist noch immer nicht richtig in der BBL angekommen. Gestern hat er zwei absurde Airballs produziert. Insgesamt waren es als Team vier oder fünf. Bester Mann war Martinas Geben, mit dem die Skyliners jetzt schon dringend verlängern sollten. Sonst kommt irgendwie ein Klub um die Ecke, der ihm ein besser dotiertes Angebot macht und er wäre Mitte November weg. Für den 2,08-Meter-Mann gibt es keine Alternative. Auch wenn Matt Haarms zurückkommt wird er keine Double-Double-Spiele auflegen, wie Geben das gestern gemacht hat.

Der Sieg ist trotzdem wichtig, um auch mal ein gutes Gefühl zu kriegen und endlich das erste W auf der Habenseite zu haben. Wichtig auch, dass Beliauskas beim unglücklcihen Ellenbogenschlag von Obisie nur eine Platzwunde davongetragen hat und keine Gehirnerschütterung, wie mir heute bestätigt wurde. Mit Braunschweig kommt am Sonntag ein weiteres Team das man eigentlich im direkten Duell vor heimischem Publikum schlagen muss. Die Skyliners werden aber in dieser Verfassung kein Spiel einfach mal so mit +15-Punkten gewinnen. Sie werden sich jeden Sieg hart erarbeiten müssen. Sie haben gegen den MBC zumindest mal die Ballverluste und zugelassenen Offensivrebounds reduziert. Diesmal war spielerisch ganz viel Luft nach oben. Mal sehen, wie sich das Team am Sonntag präsentiert.

8 Responses

  1. 1 # egal Oktober 23 2022 @ 19:01

    eigentlich eine 7,5er Rotation; die 0,5 für Tez mit ein paar Entlastungsminuten/intensiv-Minuten, um mal einen Gegenspieler zu nerven.

    Das ist zu dünn. Selbst wenn Haarms wiederkommt, würde ich 13 Minuten bei ihm und 27 bei Geben sehen. Tubutis und Brenneke würden sich die 4 teilen können. Von daher sehe ich die Verlängerung von Geben alternativlos; m.E. eine der besten Nachverpflichtungen der letzten Jahre.

    Ebenso fehlt es an Punkten und Mut auf den kleineren Positionen; Tez 0, Wank 2 ist zu wenig, zu ungefährlich, mind. solange Wank nicht mal 2 assists im Spiel macht. Damit sehe ich den combo guard, der auch zügig liefert, als unabdingbar.

    Ansonsten volle Zustimmung zu Timur

  2. 2 # Hansi Oktober 23 2022 @ 19:39

    Naja, meint ihr die Skyliners gönnen sich 7 Ausländer? Haarms, Geben und noch nen Guard? Glaube ich kaum…ich bin auch skeptisch, dass man sich Haarms und Geben leisten kann/ will, weswegen Geben ziemlich sicher gehen wird. Eventuell bastelt man auch an einer „Lösung“ mit Haarms.

  3. 3 # Hansi Oktober 23 2022 @ 19:39

    …also im Hinblick auf Vetragsauflösung, Ausleihe etc.

  4. 4 # Doppeldribbel Oktober 24 2022 @ 8:06

    @Hansi: Bei den sieben Imports bzw. den Finanzen bin ich bei dir. Nachdem man nun 700k für die Wildcard berappt hat, sollte man aber nicht wieder sehenden Auges die ohnehin labile Mannschaft schwächen. Und Geben ist bisher unübersehbar der konstanteste Spieler und absoluter Leistungsträger.

    Man braucht noch nicht groß auf die Tabelle schauen. Aber Ulm und Bamberg, die im Moment mit „0“ unten stehen, werden mit dem Abstiegskampf nix zu tun haben und notfalls irgendwann mit guten Nachverpflichtungen nachrüsten. Rostock hat schon vier(!) Siege auf dem Konto. Ich denke, dass wird spätestens ab Januar ein heftiges „Hauen und Stechen“ geben und die Saison wird in allen Regionen der Tabelle lange offen sein. Hoffen wir, dass die Skyliners konkurrenzfähig sein werden.

    Ich weiß, es fällt schwer, aber vielleicht sollte man Tez „erlösen“. Er hat es nicht verdient, solch eine letzte Saison zu spielen. Dies wird seiner Vita bei den Skyliners einfach nicht gerecht. Sollte sich das nicht ändern, sollte man ihn (vielleicht zu Weihnachten) retiren und bei einem Heimspiel gebührend feiern. Ist aber schwierig, man weiß nicht, wie er persönlich das zurzeit empfindet. Wie seht ihr das?

    Zum Spiel:
    Spätestens bei -8 Mitte des 4. Viertels habe ich nicht mehr an einen Sieg gedacht. Die Dreierquote war einfach zu schlecht, angesichts der sehr stabilen Quote des MBC (>50%). Gamechanger waren sicher die 6 Punkte von Obiesie innerhalb von fünf Sekunden von -5 auf +1. Die letzten drei Minuten waren dann ein „Fifty-Fifty“-Match und mit einer Portion Spielglück konnte man die Verlängerung vermeiden. Nach den Verläufen der ersten drei Spiele hat man sich das aber auch mal verdient.

    Den Auftritt sowohl in O und D fand ich schwächer als in den ersten drei Matches, aber das ist dann auch mal wurscht – der Sieg war einfach mal wichtiger als gut spielen!

  5. 5 # Bussard Oktober 24 2022 @ 8:25

    @doppeldribbel
    Ja das mit tez sehe ich ähnlich problematisch. Wenn es am schönsten ist soll man gehen. Leider hat man das verpasst (kein Vorwurf sondern ein Fakt den richten Moment hätte ich auch nicht identifizieren können)

    Jetzt steckt man allerdings zum Hals in der sch**** wie willst du das jetzt lösen. Seine Leistung reicht leider nicht. Ihn bezahlen aber nicht mehr spielen zu lassen, ist leider die falsche Saison,bzw der falsche Club. Es müsste Ein gegenseitiges Einvernehmen und eine Vertragsauflösung bei der man ein Mittelweg findet. Allerdings habe ich keine Ahnung wie dieser aussehen würde.

    Aktuell fällt mir kein Szenario ein bei dem beide Seiten gesichtswährend ein Abschied gelingen kann. Denn auch die Skyliners müssen seiner Leistung des letzten Jahrzehnts gerecht werden sondern verärgert man die verbleibenden 5 Fans massiv. Den Abschied von McKinney z.b. fand ich damals schon sehr falsch. Bei Tez muss es richtig sein. Wenn ich drüber nachdenke wäre alles als die augdnzu und durch bis zum Ende der Saison emotional ein Knick Schuss für den Verein ( außer Tez wünscht das selbst und kommuniziert das auch so). Sportlich macht aber genau das keinen Sinn.

    Super schwierig.

  6. 6 # Timur Oktober 24 2022 @ 8:45

    Eine absolut knifflige Situation mit Tez.
    Am einfachsten wäre es natürlich zu sagen wegen persönlichen Dingen muss er zu seiner Familie in die USA. Aber alleine, weil dann jeder denkt: Ah, das ist eine elegante Art und Weise ihn loszuwerden, ist es eigentlich schon nicht machbar.

    Eine Vertragsauflösung würde seiner Leistungen in all den Jahren auch nicht gerecht werden. Man hat einfach den richtigen Zeitpunkt zum Farewell verpasst und sich mit dem Zweijahresvertrag keinen Gefallen getan.

    Letztlich hängt es auch ein Stück weit an Tez selbst. Er war nie jemand, der große Extra-Einheiten im Training geschoben hat, sondern immer von seiner enormen Athletik gelebt hat. Doch mit zunehmendem Alter muss man als Profi noch einmal mehr machen, als in jüngeren Jahren. Schaut euch Tremmel Darden an, der jetzt beim MBC spielt. Mit fast 41 ist er topfit, weil er auf seinen Körper achtet.

    Tez bräuchte quasi einen Athletiktrainer und Koch nur für sich alleine, damit ihm einer in den Hintern tritt und ihm ordentliche Mahlzeiten zubereitet, damit er nicht nur Fast-Food isst.

    Als Typ und als absoluter Leistungsträger vergangener Jahre hat Tez so eine Abschiedssaison nicht verdient. Er ist im Training weiterhin ein Anführer, gibt Kommandos, macht seine Späße. Wichtig ist, dass er seinem Status als Veteran gerecht wird und entsprechend mit gutem Beispiel vorangeht.

    Ich glaube trotzdem, dass es besser wäre einen siebten Ausländer zu holen. Es wird zudem immer jemanden geben, der sich verletzt. Alles wäre günstiger als ein weiterer Abstieg. Denn damit würde dem Basketball-Standort Frankfurt drohen, in der Versenkung zu verschwinden. Die zweite Liga mit weniger Budget ist knüppelhart. Nur ein Leistungsträger muss sich in den Playoffs verletzen, nur ein Pfiff an der falschen Stelle zu deinen Ungungsten sein und du hast eine Serie ruckzuck verloren und steigst nicht auf. Zumal es unfassbar schwierig sein würde, die bisherigen Partner zu halten, geschweigedenn neue zu gewinnen.

  7. 7 # Ce Oktober 24 2022 @ 9:51

    Zum Thema Tez:
    Wäre es beispielsweise eine Option, ihn langsam von Tätigkeiten auf dem Spielfeld in Richtung Organisation/Office zu bringen? Welche Tätigkeit genau, fällt mir auch nicht konkret ein (im Coaching Staff der 1./2./Jugend Mannschaft? Botschafter?). Aber zumindest wäre es eine Möglichkeit, ihn halbwegs gesichtswahrend bis Saisonende im Verein zu halten und weiterhin von seiner Erfahrung zu profitieren. Wenn er altersbedingt seine Leistung – besonders bei seiner intensiven Spielweise – nicht mehr erbringen kann, kann sich das ja auch eingestanden und so kommuniziert werden. Das wäre ja völlig nachvollziehbar und nichts schlimmes. Plus: Für den Fall der Fälle (Verletzungen) hätte er eine Spiellizenz und könnte den Kader wieder auffüllen.

  8. 8 # Matze Oktober 24 2022 @ 10:45

    Alles, leider, sehr gut zusammengefasst. Im Podcast vor dem Spiel wurde viel positives gesprochen. Was soll man sonst auch tun. Es ist leider das vorhandene Material, was auf dem Court nicht mehr leisten kann. Erschreckend allerdings der Fakt, dass man sich bisher nicht sonderlich entwickelt hat. Und bezgl der Sponsoren sollten ja laut GF im Interview zeitnah noch Infos kommen, oder? Also entweder gibt es 2023 von irgendwo her mehr Geld, oder die Halle kommt und rettet alles….Braunschweig ist ein MUST WIN, bis die Tage!

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