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Mo 10.08.09 13:20

„Aus dieser Region muss einfach mehr rauskommen“

Im zweiten Teil des ungekürzten Interviews mit Gunnar Wöbke steht das neue Pro-B-Team im Mittelpunkt.

Fern der Bundesliga mischen die Skyliners jetzt auch zwei Ligen tiefer mit. Der Klub hat eine Lizenz für die Pro-B aufgekauft. Was wollen Sie mit dem Pro-B-Team Deutsche Bank Skyliners e.V. erreichen?
Gunnar Wöbke: Unser perspektivisches Ziel ist, dass jedes Jahr ein Spieler mit der Perspektive Nationalmannschaft aus der Rhein-Main-Region den Sprung in die 1. Bundesliga schafft. In der Vergangenheit hat das nur ca. alle fünf Jahre geklappt: Der letzte war Johannes Herber, der nächste könnte Robin Benzing werden. Das wollen wir steigern. Die Kooperation mit anderen Vereinen ist dafür die Grundlage. Wir wollen mit unseren Kooperations-Partnern in allen Bundes-Ligen zumindest mit einem Team vertreten seien, und auf jedem Niveau eine Spielmöglichkeit anbieten. Aus dieser Region muss einfach mehr rauskommen.

Johannes Herber und Robin Benzing sind aber auch Beispiele dafür, dass vielversprechende Talente nicht im Rhein-Main -Gebiet geblieben sind. Wie wollen Sie Talente künftig binden?
Das ist das zweite Ziel was wir erreichen müssen. Wenn ein Spieler es durch die hier genossene Ausbildung sportlich schafft soll er natürlich dieser Region zumindest zwei/drei Jahre als Spieler und Vorbild für die nachkommenden Generationen erhalten bleiben und der Region etwas „zückgeben“. Weiterhin muß das Stadium Bundesligaspieler, wie in den anderen Top-Ligen Europas auch, unbedingt zwei/drei Jahre früher erreicht werden als es heute der Fall ist. Dazu sind unserer Meinung nach ab dem Alter von 15 Jahren ca. 10 Trainingseinheiten und ein bis zwei Spiele in der Woche nötig. Neben der Einrichtung eines Basketball-Internates und vielen weiteren Maßnahmen halte ich darüber hinaus viel von einer Betreuung durch Mentoren. Ein fester Ansprechpartner, der im schwierigen Alter von 15, 16, 17 Jahren die Spieler unterstützt und durch die Zeit der Pubertät führt. Ich bin mittlerweile fest von folgendem überzeugt: Die Kids die Profisportler werden wollen brauchen, wenn es nicht das eigene Elternhaus (wie z.B. bei Familie Barth) leistet – einen „Ersatzvater“ der sie bei diesem Vorhaben anleitet und täglich unterstützt. Sonst werden sie niemals dass eigene Potenzial ausschöpfen können. Boris Becker hatte so solche Bezugspersonen mit Tiriac und Bosch, Steffi Graf hatte ihren Vater. Dirk Nowitzki hat Holger Geschwindner.

Heißt das in der Konsequenz, dass die Skyliners demnächst Mentoren für ihre Talente abstellen?
Ja – und wir versuchen das heute schon. Co-Trainer Klaus Perwas hat sich in den vergangenen Monaten sehr um Filmore Beck gekümmert. Ob ein Spieler das auf Dauer annimmt, muss man abwarten. Einen Mentor kann man nicht per Dekret bestimmen, aber er ist absolut nötig. Sehr wichtig ist natürlich auch die Unterstützung der Eltern.

Interview: Jan Szyszka

Fortsetzung folgt

7 Responses

  1. 1 # Manuel August 10 2009 @ 13:29

    „Unser perspektivisches Ziel ist, dass jedes Jahr ein Spieler mit der Perspektive Nationalmannschaft aus der Rhein-Main-Region den Sprung in die 1. Bundesliga schafft. “

    OK.
    Warum hat man dann mit Spoden, Schick und Kuhn gleich drei Spieler aus der Region nicht an sich gebunden?
    Gemessen an der Aussage GWs läuft es ja alles andere als rund in den Planungen rund ums ProB Team…

  2. 2 # Wettertom August 10 2009 @ 13:31

    @ Manuel: Komme auf jeden Fall zum Bembeltreffen mit Gunnar. Wird dann bestimmt eine interessante Diskussion.

    Deine Fragen stelle ich mir auch !!!

  3. 3 # Jan Szyszka August 10 2009 @ 13:32

    Bei Ruben Spoden ist der Wechsel studienplatzbedingt. Wenn er einen Platz in Frankfurt bekommen hätte, würde er in der kommenden Saison auch hier spielen. So sagen Wöbke, Stein und Barth.

  4. 4 # Wettertom August 10 2009 @ 13:50

    Mit dem Vater spiele ich noch BB. Mal sehen was er sagt ;-)

  5. 5 # Jan Szyszka August 10 2009 @ 13:51

    Wir nehmen dich beim Wort und erwarten entsprechende Infos ;-)

  6. 6 # Frankie August 11 2009 @ 7:08

    Interessante Aussage zu Spoden. Viele wussten das wohl nicht, haben aber gleich losgepoltert Richtung Frankfurt und Wöbke – Danke für die Info!

  7. 7 # Manuel August 11 2009 @ 11:28

    Dass Wöbke und Stein sich so über Spoden äußern, ist klar.
    Ich denke aber, dass es für die genannten Spieler auch von Interesse gewesen wäre, auf was man sich da einlässt bei diesem ProB Projekt.
    Man hat gegenwärtig einen einzigen Spieler im Kader! Es ist noch nicht abzuschätzen, in welche Richtung sich das Projekt entwickelt und Geld ist laut meinen Infos auch keins da.
    Unabhängig vom Studienplatz ist Ehingen dann schon eine etabliertere und interessantere Adresse!

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